4. Alt-Opel-Treffen der Opelfreunde Pulsnitztal
in Bretnig-Hauswalde; 27.06. - 29.06.08

Die virtuelle Darbietung von Automobiltreffen im Internet ist das Ziel einiger Fotografen und Webmaster.
Doch in diesem Fall handelt es sich nicht um ein Wirt-Duell, sondern mehr um ein Canoniers-Duell. Und wo der Tuningmichl sein Unwesen treibt, sind schöne Autos gar nicht weit.
In diesem Fall sind es aber nicht nur schöne Autos, sondern auch einmalige Fahrzeuge aus 84-jähriger Opel Fließband-Produktion.
Zu bestaunen gab es diese beim kombinierten Opel- und Alt-Opel-Treffen der Opelfreunde Pulsnitztal in Bretnig-Hauswalde.
In diesem Jahr waren es mehr als 30 Oldtimer, die sich auf einem seperaten Platz auf dem Gut in Bretnig-Hauswalde einfanden und mit denen sich dieser Bericht beschäftigen soll. Ein Bericht vom Tuningmichl über das 5. Opel-Treffen der Opelfreunde Pulsnitztal ist auf tuningcars.de zu finden. Ein Klick auf die Fotos verlinkt.

Das älteste Auto auf dem Platz war dieser Opel 4/12 aus dem Jahr 1924.

Traditionell startete am Samstag um 10.30 Uhr die Alt-Opel-Ausfahrt durch die Umgebung des Pulsnitztals. Angeführt wurde sie vom Organisator, Michael Hänsel im Kapitän '58P. Insgesammt reihten sich 31 Fahrzeuge in dem Corso ein. Wie gewohnt möchte ich diese wieder einzeln vorstellen. Nur fehlt mir jetzt entgültig ein genauer namentlicher Überblick über alle Fahrzeughalter.

Beginnen möchte ich mit dem ältesten Fahrzeug. Es war der Opel 4/12 aus dem Vogtland.

Juliane Schelsky fuhr im 1,2 Liter aus dem Jahr 1932 mit.

Wie im letzten Jahr fuhr auch wieder Hagen Schmidt mit seinem 1,3 Liter durch das Pulsnitztal.

Der 2,0 Liter von Horst Walter wurde 1934 gebaut.

Hier ein P4 aus dem Zittauer Land.

Ein weiterer P4 kam aus der Lausitz.

Mit ihrem traumhaften Olympia '35 Cabrio war die Familie Schönfuß angereist.

Hier der Kadett '36 von Herrn Kschischenk aus Königswerda.

Reiner Apelt nahm im Olympia '38 mit an der Ausfahrt teil.

Hier ein Kadett '38 aus Döbeln.

Die Familie Rüdiger aus Radebeul kam mit ihrem Kapitän '39 Gläser-Cabrio zum Treffen.

Die auffälligsten Fahrzeuge im Corso waren diesmal zwei Opel Blitz Feuerwehrfahrzeuge aus den 30er Jahren. Der älteste Blitz war der 1932 gabeute 1,5to von Wolfram Schelsky.

1939 wurde das LF 8 auf der Basis des Blitz 3to gebaut. Es gehört C.F. Fischer aus Bischheim-Häslich.

Mit den Kapitän '57 von Rolf Lehmann kommen wir zu den Nachkriegsmodellen.

Hier noch einmal das Führungsfahrzeug, der Kapitän '58P von Michael Hänsel.

Thomas Braun fuhr im Olympia Rekord P1 mit.

Sehr auffällig war der Kapitän A aus Riesa.

In diesem Jahr nahm Siegfried Hilscher im Rekord P2 an der Ausfahrt teil.

Mario Bode aus Leipzig kam mit seinem Rekord A nach Bretnig-Hauswalde.

Aus der Sammlung von Wolfram Schlesky kam diese Rekord B Limousine.

Insgesammt waren es vier Oldtimer von Wolfram Schelsky, die an der Ausfahrt teilnahmen. Hier ein weiterer Rekord B.

Wie im letzten Jahr fuhr René Singer aus Neuensalz im Rekord C wieder mit.

Auch ein Stammgast bei dem Alt-Opel-Treffen der Opelfreunde Pulsnitztal ist Bernd Klenner aus München. Mit seinem Rekord C-Coupé war er jedes Jahr dabei.

Aus Dresden kam der GT. Er war der einzige Sportwagen im Corso.

Dany Gästewitz fuhr im Kadett B-Coupé mit.

In einer Kadett C-Limousine fuhr Mirko Lindner durch das Pulnitztal.

Ein paar Baujahre jünger war diese Kadett C-Limo aus Bautzen.

Ein weiteres Kadett C-Modell war das Coupé von Martina Hänsel.

Mir fiel es in Perleberg schon auf. Immer mehr jungendliche Opelfans widmen sich der Pflege von Opel Old- und Youngtimern im unverbastelten Zustand. Gerade die Rekord D-Modelle im Originalzustand, wie dieses Fahrzeug von Maik Hendrik mit dem Baujahr 1972, sind da sehr beliebt. Eine Sache die sicher nicht nur mich, sondern auch viele ältere Opel Oldtimerfans erfreut.

Etwas nobler als die Rekord-Modelle waren die Commodore Modelle. Hier der Commodore B aus Freiberg.

Das jüngste Fahrzeug im Corso war der Sanator von Albert Schöne.

Das trübe Wetter am 28. Juni verhinderte leider erstklassige Bilder. So kommt der Konvoi mit stark fehlender Tiefenschärfe daher.
Trotzdem hielt es die Cabriofreunde nicht davon ab offen zu fahren.
Im mittelzentrierten Kamerameßfeld ist so auch nur die Kolonnenmitte scharf getroffen, wobei der Anfang und das Ende in einer unschärfe untergehen.

Das erste Fahrziel war eine Parkanlage in Oberlichtenau. Hier bewirtete die Ffw Oberlichtenau die Teilnahmer der Ausfahrt und es konnte das Bienenmuseum besichtigt werden.

Zu einem besonderen Leckerbissen kam es vor dem Spritzenhaus der Ffw. Zu den Vorkriegs Feuerwehrmodellen gesellte sich ein modernes Ziegler LF auf MAN Basis und bot so dieses Foto unter dem für das Pulsnitztaler Treffen allgemein geltenen Motto, "Alt trifft jung".

Passend wurden dann noch die epochenmässigen Kampfuniformen angelegt. Siehe auch die Galerie. (Klick auf das Bild verlinkt)

Aber nicht nur die Feuerwehrleute waren epochenmässig gekleidet, sondern auch einige PKW-Fahrer trugen das zum Auto passende Outfit. Passend zum Kadett '38 der 30er Jahre-Look.

Bleiben wir in den 30er Jahren. 12 Modelle kamen aus dieser Epoche. Hier auf einen Blick: 1,3 Liter, Kadett '38, Kadett ' 36 und Olympia '38.

Vom Olympia '35 kommen wir in die 20er Jahre und zum ersten fließbandgefertigtem Auto in Deutschland - dem 4/12. Als André CitroŽn 1921 die Fließbandproduktion und mit dem Modell 5 CV das erste Großserienproduktion in Europa einführte, war man bei Opel so von der Idee begeistert,
dass man 1924 mit dem Modell 4/12 das erste Großserienfahrzeug in Deutschland produzierte. Dabei übernahm man nicht nur die Fließbandproduktion, sondern baute gleich den CitroŽn 5CV nach. Der größte Unterscheidungspunkt war die grüne, statt der gelben Wagenfarbe. Aus dem Volksmund stammt von daher der Spruch, "Dasselbe in grün!" Die grüne Farbe war es auch, der dem Opel 4PS-Wagen bald den Beinamen
"Laubfrosch" einbrachte. Aber nichts desto trotz war der 4 PS-Wagen das erste Volksauto aus deutsche Produktion und für die Gesellschaftsschicht, die sich in nobler Karosse chauffieren ließ, eine Beleidigung.

Mit zweimal Kadett C und einmal Rekord D waren auch die 70er Jahre-Modelle nebeneinander angetreten.

Mit bestechendem Rot, die 60er Jahre-Modelle - Kapitän A und Rekord B.

Als zweites Ziel wurde der Keulenberg angefahren. Bei der Auffahrt kamen grad die Feuerwehren etwas ins Schwitzen. Auf der schmalen Straßen kamen die breiten Kapitän-Modelle schön zur Geltung.

Der sportlich trainierte GT hatte sicher keine Probleme mit dem Anstieg.

Geschafft! Der Olympia '35 hat den Gipfel erreicht.

Der Kapitän macht sich hier sehr breit.

Als die beiden Rekord B nach Bretnig zurückkamen,
wartete hier schon ein 4/16 aus dem Jahr 1928 auf den Altopel-Konvoi

Am Nachmittag gesellte sich auch noch dieser Döbelner Diplomat B in die Runde.

Vor dem Tor fanden wir diesen CitroŽn DS. Die "Göttin" war mit ihrem hydropneumatischen Fahrwerk für die damalige Zeit revolutionär. Charles de Gaulle fuhr zum Stolz der Grande Nation einen DS als Diesntwagen und verzichtete auf eine prestigeträchtige Limousine aus deutscher oder amerikanischer Produktion. Am 12. August 1962 rettete ihm seine DS bei einem Attentatsversuch das Leben. Die zerschossenen Hintereifen konnten durch das hydropneumatische Fahrwerk ausgeglichen werden und das Fahrzeug floh aus dem Schußfeld. Sonst hätte Frankreich an diesem Tag seinen Präsidenten verloren.

Foto: André Breutel + Daniel Prescher
Text: André Breutel / Bad Rappenau, 09. Juli 2008

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